Katzenhilfe Hoyerswerda e.V
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Katzen - Hilferuf der Kuscheltiere
FAKTuell, die Online-Zeitung - 3.10.2002
von Monika Berger-Lenz

"Nicht die Katzen sind das Problem, es sind die Menschen", sagt Christina Koch. Sie leitet das Katzentierheim in Hoyerswerda und so etwas wie in diesem Jahr hat sie noch nie erlebt. Für 120 Tiere ist das Heim ausgelegt, 230 haben derzeit ihr Obdach hier. Und es werden täglich mehr. Zugleich hat das Heim noch nie so viele Tiere vermittelt wie in diesem Jahr. Allein seit April fanden die Tierfreunde für genauso viele Samtpfoten einen fürsorglichen Dosenöffner, wie sonst das ganze Jahr.

Kein Widerspruch, meint Christina Koch. Dass so viele herrenlose, halb verhungerte, verwahrloste und kranke Kätzchen durch die ehemalige Bergbauarbeiterstadt streifen liegt an ihren menschlichen Familien. Immer mehr kehren der Stadt den Rücken, packen ihre Koffer und beginnen ein neues Leben in den alten Bundesländern. Ihre Katzen haben da offenbar keinen Platz. Sie werden ausgesetzt, in den Häusern zurückgelassen, keiner da, der sich um sie kümmert.Selbst Katzen, die sich damit abgefunden haben und recht gut allein durchschlagen, werden seit diesem Jahr ihrer Domizile beraubt. Die Stadt lässt ganze Häuserblocks niederreißen, die leer gewohnt sind. Die Katzen landen obdachlos auf der Straße.

Die dritte Ursache sieht Christina Koch auch wieder im Menschen. Besonders in den kleinen Orten um Hoyerswerda hält sich jeder Wochenendhausbesitzer, jeder Bauer mindestens eine Katze. Nur das Geld zum Kastrieren der Tiere, das scheuen sie alle. "So viele Katzenwürfe, wie in diesem Jahr hatten wir auch noch nicht.", erzählt sie. Massenhaft werden sie im Katzenheim abgegeben, nur ein Teil kann vermittelt werden.

Die Folge: Herrenlose Katzen streifen durch Hoyerswerda und Umgebung, suchen wo immer sie können ein warmes Plätzchen und werden zum Ziel von Tierquälern. Da werden Katzen mitten auf der Fahrbahn aus fahrenden Autos geschleudert, andere werden regelrecht gefoltert.

Christina Koch hat Angst. Angst um die Zukunft. Denn: "Das wird immer schlimmer, das kann man richtig nachvollziehen, was soll bloß werden, wenn die Menschen immer mehr verrohen", fragt sie ratlos.

Und dann packt sie auch wieder der Zorn. So wie neulich, als der Vorstand einer Gartensparte einer Katze, die seit 12 Jahren dort ihr Revier hat und von den Kleingärtnern gefüttert wird, ein Aufenthaltsverbot aussprechen wollte. Da hat sie auf den Tisch gehauen, ordentlich. Die Katze darf bleiben.